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Abgefahrene Reifen: Bagatelle oder lebensgefährlich?

 

Abgefahrene Reifen: Bagatelle oder lebensgefährlich?

Viele Autofahrer nehmen abgefahrene Reifen an ihrem Fahrzeug auf die leichte Schulter. Dabei sind sie ein Grund für tausende Unfälle, die jedes Jahr in Deutschland und weltweit passieren. Warum abgefahrene Reifen so gefährlich sind, welche Strafen drohen und was Du sonst noch in diesem Zusammenhang beachten solltest, erfährst du in diesem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Warum abgefahrene Reifen so gefährlich sind
  2. Vorsicht: Bei abgefahrenen Reifen drohen hohe Strafen!
  3. Alles über die Mindestprofiltiefe
  4. Fazit

Warum abgefahrene Reifen so gefährlich sind

Ein wichtiges Kriterium jeder Hauptuntersuchung ist - neben der allgemeinen Beschaffenheit der Reifen - die Profiltiefe. Es gibt vielfältige Gründe, weshalb die Reifen eines Autos stets kontrolliert werden sollten. Der Profiltiefe wird durch den Autofahrer im Gegensatz zum Luftdruck aber häufig nicht genügend Bedeutung zugemessen. Vor allem bei Nässe ist die Profiltiefe der Hauptindikator für die Wasserverdrängung und somit für die Bodenhaftung. Aus diesem Grund sollte jedes Auto über einen Satz Sommerreifen und Winterreifen verfügen. Die jeweiligen Reifen sind den Witterungsverhältnissen der jeweiligen Saison angepasst und bieten die jeweils beste Sicherheit. Einen Kompromiss stellen Ganzjahresreifen dar. Diese sollen den zweimaligen Reifenwechsel pro Jahr ersparen. Praxistests zeigen jedoch, dass diese weder für den Sommer noch für den Winter optimale Eigenschaften besitzen. Durch die gleichmäßige Abnutzung von Sommer und Winterreifen bieten Ganzjahresreifen auch keine finanzielle Einsparung.

Wichtig: Gleichmäßige Profiltiefe der Reifen

Mindestens 75 % der Lauffläche eines jeden Rades müssen die gesetzliche Norm erfüllen (mehr dazu weiter unten). Aus diesem Grund wird die Profiltiefe pro Rad immer an der am stärksten abgenutzten Stelle gemessen. Auch das Reserverad ist von diesen Bestimmungen nicht ausgenommen. Ein optisches Hilfsmittel zur Einhaltung der Richtwerte sind Markierungen der Mindestprofiltiefe. Hat die Abnutzung eines Reifens diese Markierung erreicht, ist der Reifen zwingend zu wechseln.

Riskant: Reifenwechsel erst bei Erreichen der Mindestprofiltiefe

Auf keinen Fall solltest Du mit dem Wechsel eines Reifens warten, bis dieser seine maximal zulässige Abnutzung erreicht hat. Witterungseinflüsse wie beispielsweise Regen haben eine negative Auswirkung auf den Bremsweg. Während dies bereits bei fabrikneuen Reifen zutrifft, verstärkt sich dieser Effekt bei zunehmender Abnutzung und Verringerung des Profils immer mehr.

Doch auch ein anderes Szenario ist denkbar. So kann ein Reifen relativ wenige Kilometer gelaufen sein und bedarf trotzdem einer Erneuerung. Hier hat das Material des Reifens seine Lebensdauer überschritten, obwohl der Reifen noch die geforderte Profiltiefe aufweist. Ein typisches Bild sind hier Risse oder Beulen im Reifen. Nur ein optimaler Reifen bietet wirklich größtmögliche Sicherheit auf allen Straßenlagen. Daher solltest Du alle Reifen stets auf ihren Verschleiß kontrollieren und bei Bedarf auswechseln.

Vorsicht: Bei abgefahrenen Reifen drohen hohe Strafen!

Um sicher auf den Straßen unterwegs zu sein, brauchst Du ein gut gepflegtes und vor allem gewartetes Auto. Dies bestätigt die zugeteilte HU-Plakette, die gewährleistet, dass das Kraftfahrzeug frei von erheblichen Mängeln oder Beeinträchtigungen ist. Ein entscheidendes Kriterium sind dabei die Reifen, die eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen müssen, um den Bremsweg bei sämtlichen Straßenbedingungen zu bestehen.

Reifenzustand ist gesetzlich geregelt

Viele Autofahrer nehmen den Zustand der Reifen am Fahrzeug nicht ernst genug. Im vergangenen Jahr fielen bei der Hauptuntersuchung von knapp 2,6 Millionen Autos immerhin rund 63.000 durch Reifenmängel auf. Dabei ist die Profiltiefe vom Gesetzgeber vorgeschrieben und muss mindestens die bereits genannten 1,6 mm Restprofil betragen.

Expertentipp: Fragt man Verkehrsexperten, so raten diese, Winterreifen bereits ab vier Millimeter und Sommerreifen ab drei Millimeter Restprofiltiefe zu tauschen. Gerade bei nasser Straße kann ab diesen Werten der Bremsweg um drei bis vier Fahrzeuglängen mehr betragen als bei neuen Reifen. Zudem haben Experten in einem entsprechenden Test bewiesen, dass sich der Bremsweg mit Autoreifen von acht Millimetern im Gegensatz zu einer Profiltiefe von 1,6 mm fast halbiert. Dies bedeutet nicht nur einen erheblichen Sicherheitsaspekt, sondern vor allem gefahrlosen Fahrspaß für alle Verkehrsbeteiligten.

Konsequenzen abgefahrener Reifen können teuer werden

Wer mit Winterreifen oder Sommerreifen unter der gesetzlich vorgeschriebenen Profiltiefe unterwegs ist, der muss bei einem Unfall mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Diese betreffen vor allem rechtliche Konsequenzen, unter Umständen kann der Versicherungsschutz wegfallen. Dies bedeutet, dass Du evtl. selbst für alle entstandenen Kosten aufkommen musst. Wer im benachbarten Ausland wie Österreich oder Tschechien mit seinem Auto unterwegs ist und weniger als vier Millimeter Profil auf seinen Reifen hat, muss außerdem mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Alles über die Mindestprofiltiefe

Die Profiltiefe von Reifen ist ein wichtiger Punkt im Bezug auf Haftung und Bremsweg. Aus diesem Grund wurden die folgenden gesetzlichen Mindestprofiltiefen festgelegt:

  • Sommerreifen: Mindestens 1,6 mm
  • Winterreifen mit diagonaler Bauart: Mindestens 5 mm
  • Winterreifen mit radialer Bauart: Mindestens 4 mm
  • Spikereifen: Mindestens 4 mm
  • Motorräder: Mindestens 1,6 mm
  • Mofas: Mindestens 1 mm

Die Werte sind selbstverständlich für alle Reifen (auch Reservereifen) eines Fahrzeugs vorgeschrieben. Darüber hinaus muss die Mindestprofiltiefe auf 75 % der Reifenbreite vorhanden sein. Wenn sich der Reifen unregelmäßig abnutzt, muss die Messung an der am stärksten abgefahrenen Stelle erfolgen.

Neue Pneus werden in der Regel mit einer Profiltiefe von acht Millimetern ausgeliefert. Durch die Rollbewegung beim Fahren entsteht ein Abrieb auf dem Reifen. Je mehr die Profiltiefe sinkt, desto mehr macht sich dies beim Fahren bemerkbar. Aquaplaning tritt schneller auf und der Bremsweg wird länger. Bei Winterreifen wird bei einer Profiltiefe unter 4 mm das Fahren schon gefährlich, da die Haftung auf dem Schnee nicht mehr gewährleistet werden kann und bei Regen das Wasser nicht mehr schnell genug abgeleitet wird.

Die Mindestprofiltiefe kann mit Hilfe eines Profilindikators am Reifen ermittelt werden. Der so genannte TWI (Tread Wear Indicator) ist mit einem Pfeil auf der Reifenwand markiert. Die Indikatoren sind meistens Erhebungen oder Farbstreifen in den Umfangsrillen. Diese werden bei einem abgefahrenen Profil sichtbar. Um Sommerreifen mit optimaler Bodenhaftung und ausreichender Wasserverdrängung fahren zu können, sollten sie ebenfalls ein Profil von mindestens 4 mm aufweisen. Die Profiltiefe ist entscheidend für den Bremsweg, besonders bei nasser Fahrbahn.

Fazit

Nur Reifen mit ausreichender Profiltiefe garantieren Dir bzw. Deinem Fahrzeug ein optimales Fahrverhalten. Nimm abgefahrene Reifen also nicht auf die leichte Schulter und tausche die Pneus an Deinem Fahrzeug rechtzeitig aus - Deiner eigenen Sicherheit zuliebe.


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