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Reifenkennzeichnung: Endlich das Fachchinesisch verstehen

 

Reifenkennzeichnung: Endlich das Fachchinesisch verstehen

Ein gewöhnlicher Autoreifen verfügt über eine ganze Reihe von Kennzeichnungen, die auf den Flanken - innen wie außen - zu finden sind. Wer nicht gerade Experte im KFZ-Bereich ist, tut sich oft schwer damit, die Reifenkennzeichnungen zu verstehen. Damit ist jetzt Schluss! Alles was Du über das Thema Reifenkennzeichnung wissen musst, erfährst Du hier.

  1. Reifenkennzeichnungen in den Fahrzeugpapieren
  2. Kennzeichnungen auf den Reifen
  3. Weitere Details zur Reifenkennzeichnung

Reifenkennzeichnungen in den Fahrzeugpapieren

Reifenkennzeichnung: Endlich das Fachchinesisch verstehen - Die wirklich wichtigen Daten der Reifen werden seit Oktober 2005 in den Fahrzeugbescheinigungen Teil I und II festgehalten. Durch den Wechsel der „alten“ Papiere ist es aber zu Unstimmigkeiten gekommen, und viele Fahrer, die vorher Bescheid wussten, sind nun verwirrt. Durch die Neuerung sind die wirklich wichtigen Werte auf ein Minimum reduziert worden. Wir unterscheiden bei unseren Erklärungen deshalb zwischen dem „alten“ und dem „neuen Fahrzeugschein“.

Zur Frage der Reifengröße findest Du im alten Schein mehrere Angaben. Diese werden alle vom Hersteller empfohlen, wobei sich im neuen Fahrzeugschein nur noch eine Dimension befindet. Diese muss aber nicht immer mit dem tatsächlich auf dem Fahrzeug befindlichen Reifen übereinstimmen. Es handelt sich nur um eine „Empfehlung“. Welcher Reifen sich darüber hinaus noch eignet, kann Dir ein kompetenter Mechaniker sagen. Wichtig dabei ist, dass der Reifen genug Spielraum im Radkasten besitzt und in Höhe oder Breite nicht anschlägt. Falls die Reifengröße geändert wurde oder mit den tatsächlich montierten Reifen nicht übereinstimmt, sollte dies so schnell wie möglich nachgetragen werden. Ansonsten kann die Allgemeine Betriebserlaubnis als ungültig erkannt werden.

Es gibt aber auch Ausnahmen, in denen Abweichungen nicht eingetragen werden müssen. Der Lastindex (LI) darf höher sein und wird am Reifen vor dem Buchstaben T, H, V usw. angegeben. Diese Buchstaben bezeichnen den Speed Index. Auch dieser darf höherwertiger sein als im Fahrzeugschein vermerkt.

Die wichtigsten Kenndaten auf dem Reifen

In welcher Reihenfolge genormte Reifen beschriftet werden müssen, ist durch die StVZO festgelegt, weshalb wir sie hier von links nach rechts auflisten und erklären können. Wir nehmen dazu das Beispiel: 195/65 R15 91T.

Die Zahl 195 beschreibt die Reifenbreite in Millimetern, also 195 mm. Im normalen Straßenverkehr sind Reifen von 125 mm bis 335 mm zugelassen. Ein schmaler Reifen verfügt über weniger Grip, ein zu breiter erhöht den Rollwiederstand und damit den Spritverbrauch.

Durch die Zahl 65 wird das Verhältnis zwischen Höhe und Breite des Reifens angegeben. Dieses steigt in 5er-Schritten an, also 50/55/60/65 usw. In der Fachsprache wird auch von der „Serie“ gesprochen. Bei einer 50er Serie bedeutet dies, dass die Reifenhöhe der halben Reifenbreite entspricht. Sportliche Wagen verfügen in der Regel über eine kleine Verhältniszahl.

Der nun folgende Buchstabe definiert die Reifenbauart. Das „R“ steht für „radial“. Dies ist die Herstellungsweise von Reifen. Die Fäden der Karkasse werden hier radial angeordnet, die heute übliche Bauart. In früheren Zeiten waren dies Diagonalreifen - manche Oldtimer benötigen diese spezielle Bauart heute noch.

Anschließend befindet sich auf dem Reifen der Felgendurchmesser. Dieser wird in Zoll angegeben, in unserem Beispiel 15 Zoll. Ausnahme: Der Reifenhersteller Dunlop gibt auf seinen PAX- und TD-Reifen den Felgendurchmesser in Millimetern an. Diese Zahlen reichen von 315 mm bis 440 mm.

Nach dem Reifendurchmesser wird etwas Platz gelassen, um die Zahl des Lastindex (LI) unterscheiden zu können. Die Belastbarkeit eines Reifens ist genormt und kann in einer Tabelle nachgelesen werden. In unserem Beispiel steht die Zahl 91 für eine maximale Tragfähigkeit von 615 Kilogramm. Multipliziert man diesen Wert mit 4, erhält man die maximale Belastbarkeit eines Reifensatzes unter Normalbedingungen. Dabei ist auf den empfohlenen Reifendruck zu achten. Für Kleintransporter, große Geländewagen, Sportwagen etc. wurden zusätzliche Begriffe wie „XL“, „Reinforced“ oder „Extra Load“ eingeführt. Sie sind extrem belastbar, was an dem deutlich höheren LI zu sehen ist.

Als letzte Kennzeichnung gibt es wieder einen Buchstaben. Dieser gibt die maximal zugelassene Höchstgeschwindigkeit an. Laut einer Tabelle, steht unser „T“ für maximal 190 km/h. Die Bezeichnung reicht von 80 km/h bis über 240 km/h. Je früher ein Buchstabe im Alphabet vorkommt, desto geringer ist seine Maximalgeschwindigkeit. Begonnen wird mit dem Buchstaben F.

Weitere Details zur Reifenkennzeichnung

Die eigentliche Kennzeichnung der Reifendimension ist damit abgeschlossen. Trotzdem können weitere Buchstaben folgen, z. B. ein „RF“ für die spezielle Bauart „Run-Flat-Reifen“. Es handelt sich hierbei um ein Rad mit Notlaufeigenschaften, das in plattem Zustand mit geringer Geschwindigkeit bis zur nächsten Werkstatt gefahren werden kann.

Und schließlich kann eine weitere Buchstaben- und/oder Zahlenkombinationen folgen, welche sich darauf beziehen, ob der Reifen speziell für einen bestimmten Fahrzeughersteller bzw. ein Modell zugeschnitten ist. Immer mehr Hersteller gehen heute dazu über, in Zusammenarbeit mit Reifenanbietern spezielle Reifen für ein Modell oder eine Modellreihe zu entwickeln, die dann perfekt auf deren Fahreigenschaften, das Gewicht, die Leistung etc. zugeschnitten sind. Entsprechende Bezeichnungen können z. B. lauten:

  • MO, MOE, MO1 (Mercedes optimiert)
  • * (BMW optimiert)
  • AO, AOE, RO1/RO2/RO3 (Audi optimiert)

Für Winterreifen und Ganzjahresreifen gibt es die zusätzliche Bezeichnung für „Matsch und Schnee“ (M&S oder M+S). Nachdem sich aber nicht alle Reifen als wintertauglich herausgestellt haben, führte man dazu noch die Schneeflocke als Symbol ein. Nur mit ihr kannst Du dir sicher sein, einen wirklichen Winterreifen zu fahren. Dies ist unter Umständen bei Unfällen relevant, wenn der Schaden mit der Versicherung geklärt werden muss. Laut der Winterreifenverordnung sind alle Verkehrsteilnehmer verpflichtet, nur echte Winterreifen zu benutzen, wenn es die Wetterlage verlangt.

Das Herstellungsdatum eines Reifens kann durch die Ziffer in Nähe der Abkürzung „DOT“ nachgelesen werden. Die vier Ziffern stehen dabei für die Produktionswoche und das Jahr. Reifen die vor dem Jahr 2000 hergestellt wurden, verfügen nur über eine dreistellige DOT-Nummer. Auch hier stellen die ersten beiden Ziffern die Produktionswoche und die letzte Ziffer das Jahr dar. Beispiel: DOT 308 (hergestellt in der 30 Woche, 1998)

Zum Abschluss noch etwas zu genormten Reifen. Ein „E“ oder „e“ steht für die Einhaltung der europäischen Norm, bei der Herstellung eines Reifens. Seit dem Oktober 1998 ist diese Kennzeichnung Pflicht. Weist ein Reifen, der nach diesem Datum produziert wurde, nicht diese Bezeichnung auf, darf er nicht montiert werden. Bei einer TÜV-Kontrolle würde ansonsten ein „schwerer Mangel“ festgestellt werden. Ausnahmen bilden die sogenannten „runderneuerten Riefen“. Sie werden mit „R“, „runderneuert“, „retread“ oder „retreaded“ beschriftet. Seit September 2006 gibt es eine Verordnung, die nur runderneuerte Reifen zulässt, welche der europäischen Norm „E“ oder „e“ entsprechen (siehe auch ECE R 108).

Ein Originalrad bzw. Reifen wird all die hier genannten Merkmale aufweisen, so dass Du nirgendwo Probleme bekommst. Übrigens: Genau solche Originalräder findest Du in unserem gut sortierten Shop.


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